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Das Büro I – arbeitest du noch oder lebst du schon?

14. März 2011

Man kennt die Geschichten zu genüge. Bill Gates und Paul Allen haben in einer Garage Microsoft gegründet. Steve Jobs und Steve Wozniak haben ihr Hab und Gut verkauft (einen Taschenrechner und einen VW Bus) und haben ebenfalls in einer Garage den ersten Apple PC gelötet. Was aus beiden Unternehmen danach wurde, weiß man ja. Die Frage, die sich dabei stellt ist, muss man um später mal Erfolg zu haben ebenfalls in einer runtergekommenen Garage anfangen oder darf es ein Raum in einer Wohnung sein? Gleich in einem high-tech Büro oder ganz getrennt, jeder an einem anderen Ort für sich allein? Hätten Bill, Paul und die beiden Steves die technischen Kommunikationsmöglichkeiten damals gehabt, die heute zur Verfügung stehen, hätten Sie trotzdem gemeinsam an einem Ort gearbeitet? Meiner Meinung nach JA!

Wir sind in der kurzen Zeit, die es finderly gibt, schon einige “Büro-Stationen” durchlaufen und würden gerne unsere Erfahrungen mit euch teilen und gerne auch erfahren welche Erfahrungen ihr gemacht habt.

Jeder hat doch ein bisschen Platz in der Wohnung

Jeder von uns hat eine eigene Wohnung, leider hat nicht jede Wohnung die entsprechende Größe, um als Arbeitsplatz für mehrere Leute genutzt werden zu können. Bleiben also noch zwei Wohnung über, die zweckentfremdet werden können. Wir hatten sogar den Luxus, dass in einer Wohnung ein Zimmer bereits als Arbeitszimmer genutzt wurde und mit allen praktischen Utensilien für sinnvolle Arbeit bestückt war. Also auf nicht ganz 10m² 3 Tische, 3 Whiteboards, ein Sofa, ein Flipchart, zwei vollgeräumte Regale und tausende Meter Kabel die kreuz und quer durch den Raum verlaufen. Trotzdem ein vollwertiges Arbeitszimmer. In der zweiten verwendbaren Wohnung hatten wir einen Esstisch, den wir mit unseren Unterlagen und Computern belagern durften.

So gesehen Luxus pur, keine vergammelte, nach Benzin und Öl riechende Garage sondern zwei wirklich nette Möglichkeiten um Produktiv zu arbeiten. Trotzdem haben wir uns doch ziemlich schnell entschieden ein Büro zu suchen und dafür gibt es doch einige trifftige Gründe:

  • Die Qual der Wahl – hat man mehrere Möglichkeiten, beginnt man auch mehrere Möglichkeiten zu nutzen. Dies führt dazu, dass sich Unterlagen über Orte verteilen und schnell mal was benötigt wird, was doch am anderen Ort liegen geblieben ist.
  • Der Mensch ist ein soziales Wesen – viele Menschen entscheiden sich dafür das Leben nicht alleine zu verbringen. Für ein Start-up bedeutet das, dass die Wohnung, die gerade als Arbeitsbereich zweckentfremdet wird, eigentlich der Lebensbereich von jemanden ist, der einen anderen Job hat, einen anderen Lebensrhytmus und nicht jeden Tag von übermotivierten Gründern belagert werden möchte, die kein anders Thema als das Projekt kennen. Auch wird sich das Wohlbefinden dieser Person nicht steigern, wenn der Esstisch voll mit Laptops und Unterlagen ist, oder die Diskussion ob der Button nun Eukalyptusgrün oder Aquamarinblau um 2 Uhr früh mal wieder zu laut wird.
  • Skype/Screenshare/E-Mail – da man nicht jeden Tag oder für jede kleine Beprechung quer durch Wien fahren möchte und man dies auch nicht von seinen Mitstreitern erwartet, bemüht man sich all die nützlichen Zeitspartools zu nutzen, die einem die Arbeit erleichtern sollen. Auch das hat für uns leider nicht wirklich funktioniert. All diese Tools haben ihren Nutzen und Ihre Berechtigung, leider entwicklen sich diese Tools auch sehr schnell zu Zeitfressern. Ständig poppt eine Kurznachricht in Skype auf, ständig ist man dazu verleitet, die anderen mit einer Skypenachricht über die neueste Erkenntnis zu unterrichten. Das “Neue Mail” Icon blinkt im Takt der Hintergrundmusik auf, da eine Mail und ein Datei update nach der/dem anderen den Posteingang vollaufen lässt. Zusätzlich ist man geneigt über Screenshare jede Änderung oder Weiterentwicklung am Produkt mitverfolgen und kommentieren zu wollen, denn wenn es diese Möglichkeit gibt, dann soll man sie auch nutzen. Sehr schnell wird einem dabei klar, dass viel Zeit auf der Strecke bleibt und man weniger produktiv ist. Das dieses Problem jeden betrifft, der einen E-Mail Account hat, beschäftigt mitlerweile viele Unternehmen und Forscher. Eine Studie jagt die nächste und bestimmt noch genauer wieviel Lebens- und produktive Arbeitszeit wir duch E-Mails, Skype und Co verbrauchen. Als Lösung habe wir uns gemeinsam auf eine Kommunikationsstrategie geeinigt und mit ein bisschen Selbstdisziplin und dem vorgegaukelten offline-Status von Skype ist wieder mehr Ruhe eingekehrt. Die nächste Erkenntnis lies jedoch nicht lange auf sich warten…eine Sache, die drei Leute mit einem Zettel und einem Stift in 10 Minunten klären können, dauert mit Skype/Screenshare und co. plötzlich eine Stunde, da einer von einem Expander redet aber der andere ein Akkordeonmodul meint und der dritte der Meinung ist es geht um das Ding, das man auf- und zuklappen kann.
  • “Ich geh dann mal nach Hause”…gibt es nicht – der für uns wahrscheinlich mitentscheidenste Punkt. Wann man das eigene Heim zum Arbeitsplatz macht, dann ist das zu Hause nie mehr vollkommen, der behütete Ort an dem man neue Energie tanken kann und mal die Arbeit ruhen lassen kann. Ständig vor Augen und dadurch auch im Kopf ist die Arbeitsstätte und die nächste Aufgabe, die noch unerledigt auf dem Schreibtisch liegt. Ständig ist man geneigt noch einen Blick in die Mails zu werfen oder doch noch mal den Artikel zu lesen, der so wichtig war. Auch wenn man das eigene Start-up nie aus dem Kopf bekommt, so ist es doch als würde man in seiner Arbeitsstätte wohnen…und wer macht das wirklich gerne oder freiwillig?

All diese Gründe haben dazu geführt , dass wir uns auf die Suche nach einer neuen Wirkungsstätte gemacht haben. Wie es uns dabei ergangen ist und wo wir schließlich gelandet sind, erfährt ihr im nächsten Blog.

 

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