Das Investment – eine schöne Hochzeit macht noch keine gute Ehe
Wie manche vielleicht mitbekommen haben, sind wir unter den glücklichen Startups, die es geschafft haben einen Investor für ihr Unternehmen zu begeistern. In unserem Fall sind es sogar gleich zwei – SpeedInvest und Hansi Hansmann. Unsere neuen Unterstützer unterscheiden sich in ihren Beweggründen junge Startups zu unterstützen in gewissen Punkten, aber in den Wichtigen haben beide das Herz am richtigen Fleck. In unserem Fall glauben beide an die Idee und das Team das hinter finderly steht und sind bereit mit voller Kraft mitanzupacken und unsere Vision (Produktentscheidung einfach für jedermann) mit uns gemeinsam umzusetzen.
Das Investment hilft uns dabei finderly zu verbessern, auszuweiten und mit anderen Unternehmen zu kooperieren. Es hilft uns aber auch durch die bestehenden Netzwerke/Investments der beiden Investoren einen regen Austausch mit anderen Unternehmen zu führen, um bei Problemen Antworten zu finden oder gewisse Fehler gar zu vermeiden. Dies ist nicht nur in der Theorie so, sondern diesen Austausch gibt es schon und wird es hoffentlich auch noch längere Zeit weiterhin geben. Wir freuen uns sehr die Gespräche und den Gedankenaustausch mit unseren „Investment-Kollegen“ in den nächsten Wochen und Monaten noch weiter zu vertiefen. Somit kann man sagen, dass wir sehr glücklich sind mit unseren neuen Partnern.
Wir waren zum ersten Mal in der Situation einen Investor zu suchen bzw. ein Investment zu verhandeln. Somit war sehr vieles vollkommen neu für uns und von der ein oder anderen Erfahrung möchte ich euch ein bisschen erzählen.
Es gibt genug Blogs und Berichte im weiten Internet, wie man einen Investor auf sich aufmerksam macht, welche Terms es gibt, was üblich und was weniger üblich ist. Ich möchte mich daher auf ein paar Kernbereiche konzentrieren, die uns besonders aufgefallen sind.
- Zeitaufwand – der Investmentprozess ist zeitaufwendig und kostet Zeit… und nein das ist kein Schreibfehler. Vergessen wir mal den Prozess des „Balztanzes“ und konzentrieren wir uns auf die Phase nachdem das erste Interesse geweckt wurde. Meetings und Vorbereitungen für die Meetings kosten Zeit, die normalerweise in die Weiterentwicklung von Produkt, Marketing und Kooperationen fließen würde. Trotzdem haben beide Seiten ein großes Interesse daran sich gegenseitig kennenzulernen und abzuprüfen, ob man gemeinsam eine Basis für eine Zusammenarbeit findet. Kein Startup, sollte blind einem Investor vertrauen, nur weil dieser bereit ist Geld in die Hand zu nehmen und in das Unternehmen zu stecken. Wenn es keine gemeinsame Basis gibt außer dem Geld, dann sollte man die Finger davon lassen. Wenn die gemeinsamen Ansichten, Visionen und Ziele fehlen, verkauft man sich einfach und entweder gibt es dann bei der Diskussion der Meilensteine Probleme oder noch schlimmer später in der Umsetzung. Somit ist diese Phase sehr zeitaufwendig, kostet in anderen Bereichen Zeit (die man haben muss), ist aber absolut notwendig. Der Zeitaufwand in den Detailverhandlungen wo es dann bereits um einzelne Klauseln und Terms geht ist noch größer, vor allem wenn man so penibel ist wie wir ;-) aber dazu später mehr.
- Das reinigende Feuer – Die Auseinandersetzung mit einem Investor führt zwangsweise dazu, dass man sich auch sehr intensiv mit sich selber auseinandersetzt und noch Mal alles hinterfragt bzw. hinterfragt bekommt. Im Leben gibt es immer verschiedene Optionen und dieser Zeitpunkt führt dazu noch Mal alle Optionen in die Waagschale zu legen. Glaube ich an unsere Idee fest genug um mich für mehrere Jahre daran zu binden? Verzichte ich auf Freizeit, Einkommen und Urlaub oder ist mir das doch wichtiger, als am Anfang des Projektes angenommen? Sind wir das richtige Team für die Aufgabe? Was sagt mein Partner dazu? Welche Schwächen hat unsere Idee und wie können wir damit umgehen? All diese Fragen helfen dabei sich wirklich nochmal intensiv mit der eigenen Situation und dem Unternehmen auseinander zu setzen, um dann auch eine bewusste Entscheidung treffen zu können.
So jetzt aber genug für heute…die Punkte unten gibt’s beim nächsten Mal:
- Die Wahl des richtigen Partners
- Deal-Terms – eine eigene Sprache
- Unterstützung im Prozess – kann man den Prozess ganz alleine Meistern oder braucht man unbedingt einen Anwalt, Berater, Experten und Priester?
- Die Rolle des Bauchgefühl – Fakten, Fakten, Fakten oder doch nicht?
- Das erste Jahr danach – mehr Infos und Retrospektive dazu in 12 Monaten









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